Kreationen

STIMMEN AUS DEM PUBLIKUM DES TRY OUT'S IM JUNI 2026

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«Das Theater hat mich sehr berührt. Humorvoll zeigt es die vielen Facetten des eigenen Arbeitsalltags auf. Besonders beeindruckt hat mich die Schauspielerin. Mit viel Feingefühl bringt sie unterschiedliche Perspektiven sowie den Umgang mit Menschen und verschiedenen Firmenkulturen authentisch auf die Bühne, ohne zu werten oder Partei zu ergreifen.»

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«Ein bewegendes Theaterstück, das lange nachwirkt.»

 

«Kathrin bringt die Businesswelt mit starker Präsenz und einer Prise AI auf die Bühne als echte Satire, die sitzt. Wer lachen, nachdenken und sich ein bisschen verwirren lassen will, ist hier genau richtig.»

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THEMA/RELEVANZ

Die Schweiz ist eine Hochburg der Bürokratie mit exzellenter Sitzungskompetenz. Das Sammeln von Weiterbildungsdiplomen ist der Schlüssel zur Arbeitswelt und einem erfolgreichen Aufstieg auf der Karriereleiter. Simpel. Scheint es. Doch die Sitzungszimmer sind gespalten und die Angst, dass man selbst durch die künstliche Intelligenz ersetzt wird, schwingt unterschwellig im Arbeitsalltag mit. Die Gleichstellungsdebatte ist präsenter als es auf den ersten Blick in der angeblich fortschrittlichen Schweizer Arbeitswelt erscheint. Die Lohnschere hat bekanntlich einen historischen Höhepunkt erreicht und jede noch so kleine Pendenz kann in einer Sitzung abrupt zu einem Frontalangriff gegen alles und jeden werden. Dabei spielen auch immer die persönliche Grundsatzhaltung und Vorstellung der perfekten Arbeitsumgebung mit: Gehört man zur Gruppe, die am liebsten in einem Grossraumbüro tätig ist, wo man tischtennisspielend oder in einer Hängematte kreativ, innovativ und mit partizipativen, neuen, agilen homeoffice-kompatiblen Formen arbeitet? Wo man durch perfekte Work-Life Balance und bestmögliche Awareness zur optimalen Performance in der Lage ist? Oder aber, gehört man zu denen, die den Wunsch nach einem eigenen, der Position entsprechenden Einzelbüro hegt? Das je nach Leistung mit mehr oder weniger USM-Möbel bestückt ist und über einen karriereadäquat grossen Bürotisch verfügt? Ist da die Hoffnung, dass man ab einer gewissen Funktionsstufe einen zusätzlichen runden, persönlichen Sitzungstisch inklusive Blumenstrauss, ein GA für die 1. Klasse und Anspruch auf einen eigenen Parkplatz erhält? Denn dann weiss man, jetzt hat man es geschafft! 

 

HINTERGRUND

Vor über 10 Jahren wollten wir mit unserem Theaterstück Formular:CH aufzeigen, wie das Sozialwesen die ökonomische Sprache übernommen und die damit einhergehende Haltung den sozialen Sektor verändert hat, so dass Menschen zu Dossiernummern geworden sind und die Gewinnorientierung auch im Asylbereich keinen Halt macht. Heute beobachten wir interessanterweise die Umkehrung. Sprich im Unternehmertum werden Terminologien des Sozialbereichs übernommen. Begriffe wie Partizipation, Community Denken, Lösungsorientierung, Achtsamkeit, Sinnhaftigkeit, Wertschätzung, Empathie, Empowerment oder «Der Mensch im Zentrum» werden im Arbeitsalltag rege genutzt. Wurde jedoch auch die Haltung übernommen?

Wir wollten diesem Gedanken vertiefter nachgehen. Kathrin Iten hat sich von Mai bis Dezember 2025 als forschende Kunstschaffende mittels unterschiedlichen Herangehensweisen Zugang zur Unternehmenswelt erschlossen: Sichtung von Fachliteratur, aktive und passive Beobachtungen und Interviews mit Personen in mittleren und oberen Kaderpositionen. 

Hier setzt unser Stück an. Wir möchten den kleinen und grossen Pendenzen der Arbeitswelt nachgehen, unterschiedlichen Haltungen Raum geben, kritisch hinterfragen und schliesslich nach verbindenden Lösungsansätzen suchen.